Worum es geht

Die Firma Rethmann-SARIA möchte ihre Tochterfirma, die frühere Knochen- und Fettunion (KFU), heute SARVAL, im Landschaftsschutzgebiet Rennbach erweitern.
Das würde bedeuten, dass das beliebte Naherholungsgebiet weiter zerstört wird.
Das Unternehmen war in den vergangenen Jahren nicht bereit in bestehende Industriegebiete zu gehen um sich dort weiter zu entwickeln. Entsprechende Angebote seitens der Stadt Marl wurden abgelehnt. Inzwischen betont der SARIA-Konzern, dass man sich nur im Landschaftsschutzgebiet erweitern könne, weil man in den vergangenen Jahren Millionen in Anlagen am Standort investiert habe.

Schon heute viele technische Störungen, Gestank, Lärm, Umweltbelastung durch hunderte LKW-Fahrten im LandschaftsschutzgebietDer Rethmann-SARIA-SARVAL-Konzern verarbeitet täglich vor unserer Haustür rund 300 Tonnen geruchsintensive Schlachtabfälle wie Blut, Knorpel, Knochen, Fett, etc.
Hinzu kommen weitere Betriebe wie ReFood, EUROMEAT, Gerlicher, etc.
Die Betriebe sind seit Jahren nicht in der Lage die von ihnen produzierten Gerüche so zu neutralisieren wie es der Genehmigungsbescheid verlangt.
Das bestätigte auch der Kreis Recklinghausen, der als Immissionsschutzbehörde zuständig ist.

Anwohnerinitiative MHNV stellt Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Kreis Recklinghausen

Nach mehr als 1.000 Beschwerden von Anwohnern der benachbarten Siedlung in Hauptwindrichtung haben wir im Sommer 2015 wegen der Untätigkeit des Kreises Recklinghausen eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Landrat beim Regierungspräsidenten in Münster gestellt.

Statt dem Unternehmen Auflagen zu erteilen bis der Gestank mit technischen Mitteln auf dem Betriebsgelände „im Griff“ ist, fällt der Kreis mit einseitiger Parteinahme für SARIA auf. Im Gegenzug häufen sich die Beschwerden von Anwohnern, die dem Kreis Recklinghausen eine „Hinhaltetaktiv“ vorwerfen, damit SARIA ein von ihr in Auftrag gegebenes und „bezahltes“ Geruchsgutachten Ende des Jahres 2015 präsentieren kann.
Anwohner warten wochenlang oder sogar vergeblich auf Antworten.

 

RUNDE TISCHE MIT SARIA ENTTÄUSCHEND

Nach inzwischen drei „Runden Tischen“ beim Kreis Recklinghasuen müssen wir enttäuscht sagen: SARIA und der Kreis Recklinghausen demonstrieren Gesprächsbereitschaft, von den konstruktiven Vorschlägen der Anwohner wurde aber nichts umgesetzt. Der Kreis Recklinghausen hat es versäumt, die guten Ansätze des runden Tisches zu verfolgen und SARIA aufzufordern, Mißstände abzustellen.

Das für uns Bürger unverständliche Verhalten des Kreises Recklinghausen empfinden viele Marler Bürger als bürgerfeindlich.

SARIA und die Widersprüche:
Der SARIA-Konzern stellt sich in seiner Öffentlichkeitsarbeit immer als fairer und sauberer Betrieb dar. Doch wir Anwohner haben in den vergangenen Jahren eine andere Erfahrung gemacht. Die Informationspolitik des Konzerns ist katastrophal, das bestätigen inzwischen auch viele Politiker in Marl. Es ist für uns Nachbarn unverständlich, wie ein Unternehmen Probleme schön redet und Anwohneranregungen ignoriert.

Allein im August 2015 kam es bei SARIA zu mindestens drei  Zwischenfällen:

1. LKW auf dem Weg von oder zu SARIA verliert Ladung, SARIA lässt in der Dämmerung eine Strecke von mindestens einem Kilometer „spülen“ und behauptet hinterher in der Marler Zeitung: Es seien Tropfmengen in zwei Kreuzungsbereichen gewesen. Fotos beweisen eine großflächige Reinigungsaktion. Der Landesbetrieb StraßenNRW war über die Aktion auf der Landstraße L601 nicht informiert.

2. Ein Sicherheitsventil pfiff am 09.August von 0:45 bis ca. 1.30 Uhr, hohe Dampfsäulen schossen in Abständen von 20 Sekunden in den Himmel. Anwohner fahren zum Werkstor und alarmieren die Feuerwehr. Am nächsten Tag steht in der Zeitung: Fehlmeldung – Es habe nur zeitgleich einen LKW-Auffahrunfall auf dem Betriebsgelände gegeben, bei dem ein Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren haben soll. Laut Kreis RE wird erst am nächsten Tag festgestellt, dass ein Sicherheitsventil angesprungen war. Die Einsatzkräfte und der SARIA-Bereitschaftsdienst hatten das in der Nacht nicht bemerkt, obwohl das Zischen kilometerweit zu hören war.

3. SARIA-Produktionsleiter alarmiert am 12.08.2015 die Feuerwehr, weil er in einer Produktionshalle „leichen Rauch“ bemerkt. Die Feuerwehr mißt eine Stunde, spricht hinterher von „Wasserdampf“. Doch es stellt sich heraus, dass laut SARIA „maximal 50 Liter Fritierfett“ in eine Isolierung gelaufen seien. Da die Heizung aber ausgestellt gewesen sei, habe keine Gefahr bestanden. Warum „nicht erhitztes“ Frittierfett aus einem Tank laufen kann und Rauch entsteht, der zu einem Feuerwehreinsatz führt, bleibt das Geheimnis des SARIA-Pressesprechers.

Der Standort: Landschaftsschutzgebiet Rennbach
Das Gebiet wurde von der Bezirksregierung Münster als Naherholungsgebiet ausgewiesen, weil es „wichtige Ausgleichsfunktionen zur Grundwasseranreicherung, Schadstofffilterung und Frischluftentstehung“ erfüllt. (Quelle: Bezirksregierung Münster)

Der aktuelle Stand:

Die Politiker in Marl haben, trotz der Proteste der Bürger, erste Schritte für ein Prüfverfahren eingeleitet. Es soll herausfinden, ob die Flächen nicht doch bebaut werden dürfen. Was aber den Unterlagen im Rat fehlte, war ein Vertrag, den der SARIA-Vorgänger und die Stadt Marl 1985 geschlossen haben. Darin wird ausdrücklich eine Erweiterung über die Fläche des Standorts hinaus ausgeschlossen. Dieser Vertrag wurde nichtmal in den Unterlagen erwähnt, so dass sich hinterher einige Ratspolitiker von der Verwaltung „getäuscht“ sahen. Laut Bürgermeister Werner Arndt war der Vertrag im Rathaus „nicht auffindbar“.

 

Was möchten wir erreichen?
Wir setzten uns aktiv ein für eine lebenswerte Stadt, in der man  sich erholen und arbeiten kann.

Die Bürgerinitaitve setzt sich daher dafür ein, dass:

– das Unternehmen SARIA sich an den Vertrag hält und das Landschaftsschutz- und Naherholungsgebiet Rennbach nicht weiter zerstört.
– die Ansiedlung des Unternehmens in einem Industriepark geprüft wird. WIR SIND FÜR DEN ERHALT/ ANSIEDLUNG VON ARBEITSPLÄTZEN!

Wir haben Angst vor:
weiterer Lärmbelästigung
weiterem Gestank (täglich 300 Tonnen geruchsintensive Schlachtabfälle schon heute!)
Luftverschmutzung (schon jetzt weit mehr als 300 LKW-Fahrten/Tag)
Vernichtung des Naherholungsgebiets
Großbränden bei der Rethmann-Gruppe 1989 (Marl), 2008, 2010, 2011, 2012
Verschmutzung vno Grund- / Trinkwasser
den 36 Tonnen Kresbserrengender Stoffe im Boden (Sanierung noch mind. 20 Jahre)
Flächenfraß (Versiegelung von Naturflächen)
Wildwuchs von Industriegebieten
Fakten, die OHNE BÜRGERBETEILIGUNG geschaffen werden
Politikern, die nicht an Morgen denken

Gibt es denn alternative Standorte? 
Ja! In den Industriegebieten und dem Chemiepark Marl gibt es passende, freie und bereits erschlossene Flächen. Diese Industrieflächen wurden speziell für die Ansiedlung von Unternehmen geschaffen. Um dort Arbeitsplätze anzusiedeln, haben die Stadt Marl und das Land NRW mit den Steuergeldern von uns Bürgern die nötigen Voraussetzungen geschaffen. Vor allem im Chemiepark könnte SARIA auf die dortige Infrastruktur mit Kläranlage und Werksfeuerwehr zurückgreifen, was nach den technischen Zwischenfällen und Betriebsstörungen der vergangenen Jahre für viele Anwohner wünschenswert ist.

Was schreibt die Stadt Marl zu ihren Gewerbeflächen? 
Die Stadt Marl schreibt im Internet: „Die Wirtschaftsförderung der Stadt Marl bietet für jeden Bedarf erschlossene Grundstücke in Industrie- und Gewerbegebieten an.“

Link zur Wirtschaftsförderung der Stadt Marl:
http://www.marl.de/marl-nach-themen/wirtschaft-und-arbeit/wirtschaftsfoerderung.html

Welche anderen Standorte für eine SARIA-Erweiterung gibt es denn?
Weiteres Beispiel: Chemiepark Marl
Für die „Westerweiterung“ des Chemieparks mussten vor wenigen Jahren viele Familien gegen ihren Willen ihre Häuser verlassen. Die gesamte Schlenke-Siedlung wurde dem Erdboden gleich gemacht. Selbst viele Jahre nach dem Abriss sind diese Flächen noch nicht vermarktet und suchen Betriebe, die in Marl Arbeitsplätze schaffen. Doch nicht ein einziger Arbeitsplatz ist dort entstanden. Eine Schande, wenn man bedenkt, welches persönliche Schicksal und Leid der „umgesiedelten“ Schlenkebewohner damit verbunden war.
Und ein Gesichtsverlust für die Politiker von damals, von denen auch heute noch einige im Rat sitzen und den Anschein erwecken als hätten sie aus ihren Fehlern von früher nicht gelernt.

Das Gelände wäre perfekt für SARIA geeignet. Und die Rethmann-Gruppe könnte auf eine bestehende Infrastruktur zurückgreifen. Dort könnten problemlos  alle Aspekte des Brandschutzes, des Umweltschutzes und der Anlagensicherheit gewährleistet werden.

Welche Informationen gibt es über die freien Flächen im Chemiepark Marl?
http://www.chemsite.de/chemsite/chemieparks-industriestandorte/chemiepark-marl/index.php

Wo ist dann das Problem?
SARIA will nicht in Industriegebiete oder Chemieparks. Denn der Umzug und die Ansiedlung scheut das Unternehmen aus Kostengründen. Dabei verschweigt der Konzern, dass er bei einem Neustart an einem anderen Ort genauso viel Geld investieren müsste.
Mit diesem Weggang aus Marl droht die SARIA nämlich zwischen den Zeilen, wenn sie ihre Pläne nicht im Landschaftsschutzgebiet umsetzen kann:

Im letzten Absatz der Beschlussvorlage 2012/0410 des Marler Rates vom 15.11.2012 heißt es:
„Für die beabsichtigten Investitionen kommen grundsätzlich auch die SARIA Niederlassungen
in Belgien und den Niederlanden infrage, wo sie sehr begrüßt würden.
Die genannten planungsrechtlichen Schritte sind daher sehr zügig einzuleiten und mit
Nachdruck zu verfolgen. Aus diesem Grunde bittet die Verwaltung um Zustimmung zu der
beschriebenen Standorterweiterung und um den Auftrag, die erforderlichen planungsrechtlichen Schritte einzuleiten.“

Diese und weitere Unterlagen, Beschlussvorlagen oder Protokolle sind im Marler Ratsinformationssystem zu finden. Dabei suchen Sie einfach nach SARIA, KFU oder RETHMANN.

https://marl.more-rubin1.de

Dabei hat SARIA von Anfang an hoch gepokert: Denn das Unternehmen wusste von Anfang an, dass es sich an diesem Standort niemals erweitern darf. Es gibt einen entsprechenden Vertrag zwischen der Stadt Marl und dem Rethmann-SARIA-Konzern.

THEMA ARBEITSPLÄTZE:
Die von SARIA versprochenene Zahl der Arbeitsplätze, die durch die Vernichtung des Landschaftsschutz- und Naherholungsgebiets Rennbach entstehen könnten, schwanken. Das Unternehmen legt sich nicht fest und betont, dass Arbeitsplätze „langfristig entstehen könnten.“
Ob und in welcher Höhe unsere Stadt Marl davon profitieren kann, ist fraglich. Denn SARIA kann selbst zu den heutigen Mitarbeiterzahlen keine konkreten Angabenmachen. Das Unternehmen kann nach eigenen Angaben nicht herausfinden, wie viele ihrer heutigen Mitarbeiter aus Marl kommen. Stattdessen kann das Unternehmen aber beziffern, dass rund 150 Mitarbeiter aus einem Umkreis von 20 Kilometern um Marl herum kommen. Entsprechend hoch ist deshalb auch der Anteil der Fahrzeuge mit Kennzeichen aus den Kreisen Borken, Coesfeld, Steinfurt und Münster. Das sind Kreise mit sehr geringer Arbeitslosenqoute. Wir vermuten, dass es sich dabei um Mitarbeiter handelt, die von anderen geschlossenen SARIA-Standorten nach Marl verlegt wurden.
Diese Gefahr sehen wir leider auch bei der umstrittenen Erweieterung im Industriegebiet vor Alt-Marl. Wir brauchen Arbeitsplätze, darum ist es jetzt wichtig, dass diese in den bestehenden Industriegebieten entstehen und der Stadtrand mit hohem Freizeit- und Erholungswert für die Marler weiter zerstört wird.

Was macht SARIA jetzt?
SARIA investiert seit Jahren am bisherigen umstrittenen Standort. Und das, obwohl es fraglich ist, ob die wertvollen Weiden, Äcker und das Wäldchen wirklich bebaut werden dürfen. Denn dazu ist eine Änderung des Planungsrechts erforderlich, die nur mit Zustimmung von Regionalverband Ruhr und der Bezirksregierung Münster möglich wird.
Im Klartext heißt das: Das Naherholungsgebiet vor dem Riegefeld muss in ein Industriegebiet umgewandelt werden, ohne diesen Schritt geht es nicht.

Dennoch hat SARIA für die geplante Erweiterung bereits Teile der erforderlichen Flächen gekauft. Für die große Erweiterung bis zur Schachtstraße sollen bereits Verhandlungen mit den Landwirten laufen.

Für uns Anwohner in Riegefeld, Alt-Marl, Frentrop und Polsum steht fest: 

Wir Bürger erhalten seit einem Jahr keine Antworten auf unsere Fragen.
Auch die Politiker werden von SARIA hingehalten. Viel mehr noch: Sie werden mit Show-Veranstaltungen (Rauchgastest, etc.) an der Nase herum geführt.

Wer bestimmt eigentlich die Zukunft unserer Stadt Marl?

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(Jeder erste Dienstag im Monat ab 19 Uhr , Gaststätte Mühlenbach in Alt-Marl.)

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