Offener Brief an Landrat und Untere Immissionsschutzbehörde des Kreises RE

In Reaktion auf die Ankündigung neuer Geruchsexperimente bei SARIA haben wir den Landrat des Kreises Recklinghausen und den Leiter seiner Unteren Immissionsschutzbehörde angeschrieben und eine Stellungnahme gefordert.

Hier unser Wortlaut:


 

Sehr geehrter Herr Landrat Süberkrüb,
sehr geehrter Herr Görß,

die Firma SARIA hat uns am Freitag (12.5.2017) eine Pressemitteilung des Kreises Reckinghausen gemailt, in der es um eine erneute Testphase geht, die der Kreis wohl genehmigt haben soll. Das irritiert die betroffenen Anwohner in Alt-Marl und Marl-Frentrop.

Wir finden es inakzeptabel, dass Sie uns nicht im Vorfeld über neue Geruchsexperimente bei der Firma SARIA informieren. Wir haben mehrereJahre immer wieder kritisiert, dass Sie als Kreisbehörde noch bürgerfreundlicher und enger kommunizieren sollten um behördliche Vorgänge transparent zu gestalten, erst recht, wenn Menschen in ihrem direkten Lebensumfeld davon betroffen sind.

Wir haben uns über mehrere Jahre eng, auch an „runden Tischen“ über die Sitaution in unserem Wohnumfeld mit Ihnen und der Firma SARIA ausgetauscht. Das war aus unserer Sicht nicht immer optimal, jedoch fand wenigstens eine Kommunikation statt, die unsere Anwohnerinteressen einbezog.
Nun schickt uns die Firma SARIA kurzfristig eine Pressemitteilung des Kreises Recklinighausen, dass nun im Livebetrieb getestet werden soll, ob die bislang für den Gestank in hohem Maße mitverantwortlichen Schweineborsten wieder verarbeitet werden können.
Warum schließen Sie uns jetzt von Plänen aus, die unsere Lebensqualitätbetreffen?
Wo bleibt denn die Verlässlichkeit, die wir von einer Behörde erwarten?

Wozu haben Sie denn überhaupt ein Jahr lang eine Langzeitstudie machen lassen, an der sich das Unternehmen messen lassen wollte?

Zumal die Studienergebnisse ja anerkannt sind und das alles nach langem Herumexperimentieren für uns endlich eine akzeptable Geruchssituation gebracht hat?

Warum machen Sie denn jetzt wieder einen Schritt zurück und starten mal wieder eine Experimentierphase, die doch längst abgeschlossen sein sollte?

Wir fordern Sie auf, keine zusätzlichen Stoffe mehr zu verarbeiten, die das Geruchsgutachten mißachten und keine Experimente für eine Kapazitätsausweitung zu dulden.
Wir erwarten zudem eine Erklärung für die von uns angesprochenen Aspekte.

Bitte teilen Sie uns kurz mit, bis wann wir mit einer Anwort rechen können.


Mit freundlichen Grüssen

„MHNV“ – Anwohnerinitiative für Umweltschutz und Lebensqualität in Marl

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.