Marler Rat beendet SARIA-Erweiterungspläne

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Mega-Industriegebiet in der Natur verhindert: MHNV ist nach dreijährigem Widerstand erfolgreich und zeigt Alternativen auf.

Drei Jahre haben wir uns gegen die Zerstörung der Natur vor unserer Haustür zur Wehr gesetzt. Das offizielle Ende der SARIA-Erweiterung dauerte im Stadtrat dagegen heute (19.11.2015) nur 3 Minuten. Die Anträge von Bündnis 90/Grüne und Wählergemeinschaft DIE GRÜNEN hatten bereits im vorhergehenden Stadtplanungsausschuß durch ein einstimmiges Votum des Fachausschusses ein starkes Signal für das Ende des Projekts in der Natur gesetzt.

Rathaus Marl

Der Marler Rat beendete heute eine dreijährige Diskussion.

Eine unwirkliche Situation war es heute (19.11.2015) für die rund 20 Anwohner, die zur Ratssitzung gekommen waren. „Das war es schon?“ fragte einer hinterher.
„Ich hoffe, dass die Akte SARIA damit nicht wieder aufgemacht wird“, rief CDU-Ratsmitglied Uwe Goeddenhenrich. Verdächtig still blieb es bei den Befürwortern der SARIA-Erweiterung im Landschaftsschutzgebiet, SPD und FDP-Bum-Fraktion. Auch der Bürgermeister Werner Arndt sagte kein Wort zum Ende seines Prestigeprojekts. Kommentarlos ging er zum nächsten Tagesordnungspunkt über.

Mehrfach wurde anschließend das Thema SARIA noch in weiteren Teilen der Ratssitzung angesprochen. So Beispielsweise von der Ratsfrau Beate Kühnhenrich von der Wählergemeinschaft DIE GRÜNEN. Sie wies auf das Engagement unserer Anwohnerinitaitive MHNV hin, die von Anfang an vor dem Scheitern der Erweiterungspläne im geschützten Außenbereich gewarnt und zur Investition in einem bestehenden Industriegebiet geraten hatte. Sinngemäß sagte sie: Man könne daher die Bürger auch nicht für das Scheitern des Projekts verantwortlich machen.

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Das Landschaftsschutzgebiet Rennbach rund um SARIA ist bedeutender Lebensraum für Tiere und wichtiger Erholungsraum für die Bürger. Auf einer der geschützten extensiven Ausgleichsflächen am Werksgelände wollte SARIA bauen. Das lehnte der Regionalverband Ruhr ab.

In der Tat hatten wir von Anfang an die Meinung vertreten, dass die Firma SARIA nicht ins Landschaftsschutzgebiet gehört, sondern in ein bestehendes Industriegebiet, um dort zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen. So sehen es ja auch ein Ratsbeschluss und ein Vertrag von 1985 vor, die beide noch gültig sind.

Alternative Chancen blieben ungenutzt

Warum die politischen Befürworter und SARIA diese Chance über Jahre nicht nutzten und stattdessen in den begrenzten Standort investiert wurde, ist uns weiterhin ein Rätsel. Offenbar waren das Unternehmen und seine Lobbyisten sich der Sache so sicher, dass sie hoch pokerten.

Herbstimpressionen im Landschaftsschutzgebiet Rennbach in Marl MHNV

Gerettet: Das Landschaftsschutzgebiet Rennbach in Marl wird kein Industriegebiet.

Daher haben wir erreicht, was viele Menschen und Politiker nicht für möglich gehalten haben: Wir haben recht behalten. Denn der Regionalverband Ruhr (RVR) hat unsere Haltung bestätigt. Eine solche Betriebserweiterung gehört nicht in ein Landschaftsschutzgebiet, das dem Landschafsschutz und der landschaftsorientierten Erholung dient.

Anwohner atmen auf, bleiben aber wachsam

Damit ist das von vielen Menschen befürchtete gigantische Industriegebiet zwischen Alt-Marl und Polsum vorerst abgewendet. Auch die Angst vor einem Wertverlust der Häuser hat in den vergangenen Jahren vielen Menschen Sorgen bereitet und konnte durch unseren Einsatz jetzt hoffentlich genommen werden. Der MHNV-Einsatz zeigt aber auch, dass wir weiter wachsam sein müssen und bürgerschaftliches Engagment unserer Initaitive auch in Zukunft notwendig ist, damit die Lebensqualität in Alt-Marl und Polsum erhalten bleibt.

Ein Netzwerk für Umweltschutz und Lebensqualität

Wir bedanken uns auch bei unseren  Partnerinitiativen „GrünFür3“, „Naturfreunde Marl“ und „Bürgerinitiative BISS gegen eine Industrielle Speisereste-Vergärungsanlage am Standort ‚Großbettlinger Gatter‘“ sowie bei der Ortsgruppe Westliches Vest des Bund für Umwelt- und Naturschutz.

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