L601: Gefährlich für Schulkinder, Freizeitsportler und Spaziergänger

 

  Marler Politiker informieren sich über Situaton an der Straße ohne Radweg

Ortsbesuch im Landschaftsschutzgebiet Rennbach: Der Betriebsausschuss ZBH, Umwelt und Verkehr: Politiker und Bürger suchen Lösung für gefährliche Situation auf der Schachtstraße (L601).

Beim Ortstermin am Donnerstag, den 21. April 2016 informierten sich die  Ausschussmitglieder vor Ort über die Situation auf der Schachtstraße Richtung Altendorf-Ulfkotte, auf der es weder Radweg noch Gehweg gibt. Auch Linienbus und Schulbus fahren dort nicht mehr. Erschwerend kommt hinzu, dass es keine Beleuchtung gibt und die starke Beschädigung der Fahrbahn durch Risse und Schlaglöcher zusätzliches Unfallpotential birgt.

Anwohner und Initiativenmitglieder, die der Arbeitsgruppe „Sicherheit auf der L601“ des Ausschusses angehören, machten dabei deutlich, dass sie im ersten Schritt mehr Sicherheit für das Stück von der Kreuzung der B225/L601 bis zur Frentroper Straße wünschen.

Jens Rädel:   „Davon würden sowohl die radelnden Schulkinder aus Frentrop und auch die Freizeitsportler und Spaziergänger aus dem Riegefeld und Alt-Marl profitieren.  Denn sie müssen bislang wegen des fehlenden Rad- und Fußwegs  im Gegenverkehr auf die Straße um die Frentroper Straße zu erreichen.“

Straße L601 in Marl ist von Schlaglöchern übersäät Die Marler Zeitung und das WDR-Fernsehen hatten über die oft gefährlichen Begegungen zwischen Kraftfahrzeugen und Freizeitsportlern und Spaziergängern  auf dem Weg ins Landschaftsschutzgebiet Rennbach/Deipenbach  berichtet. Darunter sind auch Schulkinder, die die Fahrbahn mitnutzen müssen, weil der Schulbus in den Außenbereichen abgeschafft wurde und auch die Bushaltestellen nicht mehr angefahren werden. Das ist gerade in der dunklen Jahreshälfte ein Problem, weil es auf der rund einen Kilometer langen Strecke keine Straßenbeleuchtung gibt. Schon seit 2013 weisen die  Anwohner auf die gefährliche Situation hin.

Auch wenn man eine Alternativstrecke über die Frentroper Straße und den Markenweg nimmt, bleibt das Problem. Man muss trotzdem Teilbereiche der gefährlichen L601 laufen oder radeln, so dass es zu Situationen wie im folgenden Video kommt:

Video: Alltag für Schulkinder auf der Straße ohne Radweg, Gehweg, Schulbus, ÖPNV und Beleuchtung.

Straßen NRW als zuständiger Liegenschaftsbetrieb des Landes erklärte, dass man die Problematik an der Straße kenne. Weil den Fußgängern und Radfahrer auf der Fahrbahn aber täglich „nur rund 2.000 Fahrzeuge“ auf der Fahrbahn begegnen, stehe der erforderliche Radweg nicht auf der aktuellen Prioritätenliste des Landes. Auf die Frage eines Fernsehreporters an einen Straßenbehördensprecher, was wäre, wenn ein Kind auf der Straße zu Tode käme, kam die Antwort: „Dann würde die Priorität wohl hochgestuft.“

Da es in dem Bereich auch keine Beleuchtung gibt und die Straße zusätzlich über  hunderte Meter durch Schlaglöcher und Risse Sturzgefahren für Radfahrer birgt, müssen die Bürger selber tätig werden, um das Projekt zu beschleunigen.

Straßen NRW: Bürgerradweg ist die Lösung!

Um eine schnelle Lösung zu finden, schlug Straßen NRW die Möglilchkeit eines Bürgerradwegs vor. Diese Art eines Radwegs „in abgespeckter Form“ kann von Kommunen unter Mitwirkung von Bürgern realisiert werden.

Unsere Anwohneriniative erklärte sich daher sofort bereit, gemeinsam mit der Kommune und Straßen NRW ein Konzept zu erareiten, wie möglichst schnell die Sicherheit hergestellt werden kann. Wir wandten uns an die Politik, die dieses von uns seit Jahren thematisierte Thema jetzt endlich anpacken will.

IMG_5768Der Ausschuss für Verkehr nahm im Februar die Anregung von Anwohnern aus Frentrop und dem Riegefeld in Alt-Marl auf und beschloss einstimmig eine Arbeitsgruppe „Sicherheit auf der L601“. Damit Bürger ihre Sachkunde einbringen können, wurden Ludger Vortmann und Jens Rädel von der Anwohneriniative für Lebensqualität und Umweltschutz nominiert. Von Seiten der großen Fraktionen SPD und CDU sowie der kleineren Fraktionen und Gruppen meldeten sich interessierte Ausschussmitglieder um daran mitzuwirken.

Das Ziel: gemeinsam Ideen erarbeiten, wie die Kreuzung an der Schachtstraße/Dorstener Straße für Radfahrer, Fußgänger und Schulkinder sicherer gemacht werden kann.

Ludger Vortmann von der Anwohnerinitiative: „Man könnte im ersten Schritt die vorhandenen Bankette an der Straße nutzen oder notfalls mit Farbe einen sicheren Bereich für Fußgänger und Radfahrer markieren. Wichtig ist, dass möglichst schnell für Schulkinder und andere schwache Verkehrsteilnehmer die Gefahrenstellen entschärft werden. Es wäre unverantwortlich, wenn die Politik hier jetzt nicht unbürokratisch den Farbeimer schwingt.“

Bei Regenwetter: noch gefährlicher!

Kreuzung-unpassierbarAn Regentagen müssen die Radfahrer und Fußgänger noch weiter auf die Fahrbahn. Denn das Wasser läuft nicht mehr von den Rändern ab. Also müssen sie noch weiter auf die Fahrbahn.
Sowohl im Bereich der Kreuzung als auch im weiteren Verlauf der L601 in Richtung Altendorf Ulfkotte.

 

 

Politik, Straßen NRW und Medien sehen Handlungsbedarf

Dass Handlungsbedarf besteht, hatten auch Bürger bereits bei den Stadtteilwerkstätten des ISEK am 25. September 2015 für Brassert und Alt-Marl dargelegt. Im Themenbereich  der Mobilität wünschten sie sich eine bessere und vor allem sichere Zuwegung von Alt-Marl ins Landschaftsschutzgebiet Rennbach in Alt-Marl sowie einen weiterführenden Radweg auf der L601.

ISEK-AUSZUG

Ausschnitt aus dem Protokoll. Quelle: Stadt Marl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

MHNV erarbeitet Projektideen für Radweg
Unsere Anwohneriniative für Umweltschutz und Lebensqualtiät hat bereits Ideen für ein Verkehrssicherheitsprojekt entwickelt, das wir bei nächster Gelegenheit im Arbeitskreis den Ausschussmitgliedern vorstellen möchten. Ziel ist es, die Gefahrenstellen für Radfahrer udn Fußgänger auf der Landstraße zu entschärfen und dabei auch Aspekte des Umweltschutzes und der Integration einfließen zu lassen. Wir Bürger freuen uns, dass wir aktiv an der Lösung dieses gefährlichen Problems mitwirken können.

 

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