FLATTERBAND – AKTION belegt Verdopplung der Industrieflächen vor dem Riegefeld

Luftbild_Flatterband-Aktion_MHNV

Fast 300 Menschen nahmen an unserer Aktion teil und haben in Marl gegen die Zerstörung des Landschaftsschutzgebiets Rennbach protestiert. Wir hatten mit einer aufwändigen FLATTERBAND-AKTION die Ausmaße der umstrittenen Rethmann-SARIA-Erweiterung gezeigt. Die Bürger aus den Stadtteilen Riegefeld, Alt-Marl, Frentrop und Polsum halfen mit beim „Einrahmen“ mit fast 2.000 Metern Flatterband (auf dem Luftbild in roter Farbe markiert).
Unser Photo veranschaulicht schematisch u. a. die Nähe der neu entstehenden Industriefläche zur Siedlung Riegefeld.

Anwohner Dietmar Müller-Bonner: „Die meisten Bürger waren entsetzt über die Ausmaße, weil Wiesen, Weiden und ein Wald in der Größe von mehr als acht Fußballfeldern zerstört werden sollen.“

Wir setzen uns für den Erhalt des Naherholungsgebiets ein und fordern, dass vorhandene Industrieflächen in Marl genutzt werden. Nach Ansicht der Bürger könnten so viele Arbeitsplätze geschaffen werden ohne die unter Schutz stehende Natur zu zerstören. Dieser ursprünglich von der Politik an SARIA herangetragene Vorschlag wurde vom Unternehmen aber bereits aus Kostengründen abgelehnt.

Die Bürger haben die Befürchtung, dass Lärm und Schadstoffbelastung zunehmen werden. Bereits heute gibt es täglich rund 300 LKW-Fahrten durch das Landschaftsschutzgebiet. Auch die Befürchtungen vor dem Wertverlust ihrer Wohnungen und Häuser ist bei vielen ein großes Thema.

Hintergrundinformationen:

Vor allem ärgern sich viele Anwohner, dass die Marler Politiker sich nicht an politische Beschlüsse gehalten haben. Sie werfen den Politikern vor, politische Absprachen gekippt zu haben. So hatte der Marler Stadtrat in den 90er Jahren beschlossen, dass sich Rethmann-SARIA in Marl nicht weiter ausbreiten darf. Im Schnelldurchlauf war aber eine gigantische Biogasanlage entstanden, die heute häufig die Ursache für Gestank ist.

1989 hatte es an dem Rethmann-Standort tagelang gebrannt, weil dort Sondermüll in Brand geraten war. Zuvor waren vom Rechtsvorgänger 36 Tonnen krebserregender Stoffe ins Erdreich gelangt, die noch bis 2034 saniert werden müssen.

Die Bezirksregierung Münster hat das Landschaftsschutzgebiet Rennbach erst wieder Ende 2012 erneut ausgewiesen, weil es „wichtige Ausgleichsfunktionen neben den Aufgaben zur Grundwasser-anreicherung, Schadstofffilterung und Frischluftent-stehung erfüllt. Aber auch als bedeutende Rückzugs-räume für die Flora und Fauna (…)“

Siehe Abschnitt 26 Rennbach, Quelle: http://www.bezreg-muenster.de/startseite/Bekanntmachungen/Amtsblaetter/Jahr_2012/Amtsblatt_Nr_47.pdf

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