Bürgerinitiaive „Marler haben Nase voll“ enttäuscht von Sachstandsbericht zu SARIA im Stadtplanungsausschuss

Presseinformation der Bürgerinitiative „Marler haben Nase voll“ Marl, 07.03.2013:

„Unsere Erwartungen sind nicht erfüllt worden“, sagten die sieben enttäuschten Bürger und Vertreter der Anwohnerintiative aus Riegefeld, Alt-Marl, Polsum und Frentrop nach der Sitzung des Stadtplanungsauschusses. .
Die Bürgerinnen und Bürger waren ins Marler Rathaus gekommen um sich im Umwelt- und Stadplanungsausschuss über die umstrittenen Erweiterungspläne des Rethmann-SARIA-Konzerns auf den aktuellen Stand bringen zu lassen.
Der Rat hatte dem Fachausschuss den Auftrag erteilt, von jetzt an immer die Öffentlichkeit mit einem aktuellen Sachstandsbericht zu informieren.

„Doch was wir heute im Fachausschuss hörten, war uns seit Wochen bekannt. Wir haben es zuletzt am Dienstag bei unserem offenen Info-Stammtisch diskutiert“, sagte Barbara Böcker, die mit ihrer Familie auf der Frentroper Straße wohnt.
Sehr enttäuscht war auch Josef Vortmann, der im Riegefeld wohnt: „Ich bin extra früher aus Münster von der Arbeit gekommen, damit ich den Sachstandsbericht nicht verpasse. Über das, was ich da hören musste, konnte ich nur den Kopf schütteln.“

Berthold Böcker: „ Nichtmal eine Frage aus unserem Fragenkatalog, der seit mehr als einer Woche der Verwaltung vorliegt, wurde beantwortet. Dabei beinhaltet der doch nur die Fragen, die wir seit November immer und immer wieder im Rat stellen müssen, weil wir bis heute keine Antwort bekommen. Ich frage mich heute ganz persönlich: Wenn es keine Antworten und nichts Neues gibt: Was sollen wir hier?“

Ludger Vortmann, einer der Sprecher der Bürgerinitiative, fasste die Stimmung vieler so zusammen: „Es wirkt schon irgendwie komisch, wenn der Baudezernent im Stadtplanungsausschuss eine Zusammenfassung von dem präsentiert, was wir bereits
für alle Interessierten recherchiert und auf unserer Internetseite und bei Facebook veröffentlicht haben.“

Der Stadtplanungsausschuss hatte beschlossen, dass Fragen zum Thema SARIA nicht in der am Anfang üblichen Fragestunde der Einwohner gestellt werden dürfen, damit zunächst der Sachstandbericht zum Thema vorgetragen werden konnte. Die
anschließende Möglichkeit für Bürger Fragen zu stellen fand allerdings nicht wie von den Bürgern erwartet als offizielle „Fragestunde“, sondern als Unterbrechung der Sitzung statt. Dadurch wurden die Fragen kein Bestandteil der Sitzung und
entsprechend auch nicht protokolliert.
„Erst auf mehrfache Nachfrage und Verlangen von uns Bürgern wurde vom Ausschussvorsitzenden zugesagt, dass unsere
Redebeiträge überhaupt protokolliert werden.“

Unbeantwortet blieb aus Sicht der Bürger auch die Frage nach einem geheimen „Rauchbombentest“, den SARIA durchführen will. Nach Informationen der Bürgerinitiative wurden dazu auch der Bürgermeister, Verwaltungsvertreter und ausgewählte Fraktionen eingeladen. Dass es eine solche Einladung gibt, dem
widersprach niemand. Aber worum genau es bei dem Test gehen soll, konnten oder wollten weder Verwaltung noch Ausschuss den besorgten Bürgern erklären.

„Diese offensichtliche Hinhaltetaktik lässt unser Misstrauen wachsen und wird unsere Aktivitäten erhöhen. Für uns Bürger wirkt das so, wie es in der Vergangenheit bei den
bisherigen Erweiterungen von Rethmann entgegen bestehender Ratsbeschlüsse gehandhabt wurde. Daher werden wir weiter darauf bestehen, dass unsere Ängste ernst genommen werden. Wir lassen uns nicht auf ein Abstellgleis schieben, nur weil
wir unbequeme Fragen stellen. Wir werde nicht auf unser Grundrecht verzichten und uns niemals vorschreiben lassen, WANN wir WO WELCHE Fragen stellen.

Daher werden wir in den nächsten Wochen mit verschiedenen Aktionen klare Zeichen setzen: Damit alle politischen Entscheidungsträger erkennen, dass die umstrittene Erweiterung des Rethmann-SARIA-Konzerns im Landschaftsschutzgebiet nicht über die Köpfe der Menschen in Riegefeld, Alt-Marl, Polsum und Frentrop hinweg entschieden werden darf.“

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