MHNV fordert von SARIA-Sarval Aufklärung über neue Geruchsprobleme

Die Firma SARIA-Sarval hat uns geschrieben, dass die aktuellen Geruchsprobleme auf dem Firmengelände nicht von der Verarbeitung von Schweineborsten zurückgehen, wie wir vermutet haben. Wir haben das Unternehmen darum aufgefordert, die neue Geruchsquelle ausfindig zu machen, den Fehler abzustellen und uns auf dem Laufenden zu halten.
Hier unser Schreiben an den Betriebsleiter SARIA-Sarval:


Sehr geehrter Herr Deitert,

haben Sie vielen Dank für Ihre Mail. Sie nehmen Bezug auf unseren
Artikel auf der Internetseite www.mhnv.de
Dort berichten wir über die seit Mai 2017 wieder verstärkten
Geruchsbelästigungen und die steigende Anzahl der Beschwerden. Nie zuvor
-seit dem Geruchsgutachten- haben sich so viele Menschen aus der
Siedlung Riegefeld in Alt-Marl bei uns, dem Kreis Recklinghausen, der
Bezirksregierung Münster und dem Landesumweltamt über die widerlichen
Gerüche von Ihrem SARIA-Sarval-Betriebsgelände beschwert.

Mehrere Monate nach dem Geruchsgutachten gab es keine erheblichen
Geruchsbelästigungen von Ihrem Gelände mehr, doch die Belästigungen mit ekelhaften  Gerüchen und damit auch die Beschwerden darüber setzten im Mai 2017 wieder ein. Für uns ein klares Anzeigen dafür, dass irgendwas auf Ihrem Firmengelände passiert. Wenige
Tage darauf wurde mitgeteilt, dass in einer Testphase wieder die
Verarbeitung von Schweineborsten geprüft werden sollte, die sich in dem
verbindlichen Geruchsgutachten ja als problematisch erwiesen hatten und
deshalb laut Immissionsschutzbehörde des Kreises Recklinghausen an Ihrem
Standort Marl nicht mehr verarbeitet werden dürfen, um die Anwohner
nicht unzumutbar zu belästigen.

Wenn Schweineborsten aber nicht mehr verarbeitet werden, wie Sie nun
schreiben -sehr geehrter Herr Deitert-, muss es eine andere Quelle
geben. Wir fordern Sie auf, diese umgehend zu suchen, die Ursache für
die gehäuften starken Geruchsbelästigungen von Ihrem Betriebsgelände zu
ermitteln und das Problem abzustellen und bitten Sie, uns als
Anwohnerinitiative für Umweltschutz und Lebensqualität lückenlos über
Ihre Maßnahmen zu informieren.

Wir möchten im eigenen Interesse gerne Hinweise geben, damit die
Geruchsprobleme so schnell wie möglich abgestellt werden können und
wieder ein akzeptabler Zustand hergestellt wird, wie er nach dem
Geruchsgutachten viele Monate war. Solche Hinweise haben wir auch in der
Vergangenheit gegeben, wodurch zahlreiche Probleme entdeckt wurden, wie
ein übergelaufener Gärrestebehälter, Lecks in Rohren, undichte
Abluftsysteme, defekte Sicherheitsventile, fehlende Redundanz bei den
Sicherheitssystemen der Blockheizkraftwerke (BHKWs), etc.

Fragestellung: Was könnte die Ursache für die Geruchsprobleme auf dem
SARIA-Sarval-Betriebsgelände sein?

1. Könnte das in der vergangenen Woche angesprungene Sicherheitsventil,
dessen lautes Zischen kilometerweit zu hören war, einen Hinweis geben?
Einen entsprechenden Hinweis hatten wir den Behörden unmittelbar
gegeben.

2. Was ist mit der in Bau befindlichen Kläranlage? Gerade im
Kläranlagenbereich hatten Sie in den vergangenen Jahren mehrfach
Geruchsbelästigungen durch technische Störungen und menschliches
Versagen eingeräumt.

3. Wäre ein technischer Defekt am Entlüftungssystem denkbar, wie er vor
zwei Jahren nach unserem Hinweis entdeckt wurde?

4. Wie ist der Stand bei dem gigantischen Vorlagenbehälter an der
„Biogasanlage“, der gegen unseren Protest gebaut wurde? Gibt es hier
vielleicht eine Schwachstelle, die für die intensiven
Geruchsbelästigungen verantwortlich sein könnte?

5. Mehrfach war in den vergangenen Jahren aufgefallen, dass Fahrzeuge
mit geruchsintensiven Schlachtabfällen ohne Abdeckung fuhren. Auch die
Tore an den Hallen mit den Bunkern für Knochen, Knorpel, Blut, Fette und
andere geruchsintensive Abfälle aus Schlachtereien und Schlachthöfen
waren nicht immer geschlossen. Hat hier vielleicht das
„Unterdruckverfahren“ nicht funktioniert, das einen Geruchsaustritt
verhindern soll? Welche Materialien und in welcher Menge werden aktuell
täglich bei Ihnen in Marl angeliefert?

Vielen Dank für eine kurze Info, bis wann wir mit einer Antwort rechnen
können.

Mit freundlichen Grüßen

MHNV

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Deutlich mehr Beschwerden über SARIA-Sarval-Gestank im Riegefeld

Die Zahl der Beschwerden über Gestank vom SARIA-Sarval-Standort hat in den vergangenen Wochen deutlich zugenommen. Allein gestern (Samstag, 19.08.1017) haben sich elf Bürger bei unserer Bürgerinitiative gemeldet.
Gestern hatte der Sprecher des Kreises Recklinghausen in der Marler Zeitung behauptet, es habe in den vergangenen Wochen nur wenige Beschwerden gegeben. Tatsache aber ist, dass die Geruchsbeschwerden seit der erneuten Verarbeitung von Schweineborsten deutlich zugenommen haben und vor allem in den letzten Tagen stark gestiegen ist.

MHNV-Vertreter haben sich im Riegefeld und Alt-Marl mehrfach persönlich davon überzeugt und in Riegefeld und Alt-Marl einen ekelhaften Gestank aus der Schlachtabfall-Verarbeitung bestätigt.

Der Kreis Recklinghausen hatte der Firma SARIA-SARVAL die Verarbeitung von Schweineborsten wieder gestattet, obwohl sie laut dem einjährigen verbindlichen Geruchsgutachten als Geruchsquelle identifiziert und SARIA eine Verarbeitung untersagt worden war.
Da wir davon ausgehen, dass sich wie in der Vergangenheit die meisten Leute über die Geruchsbelästigung nur ärgern, aber leider keine aktenkundige Beschwerde machen, dürfte die Dunkelziffer der Menschen, die sich belästigt fühlen, deutlich höher liegen.

Wir finden es unerträglich, wenn man das Gefühl haben muss, dass SARIA-SARVAL die Anwohner vor allem an Wochenende und in den Sommerferien als „Versuchskaninchen“ für Geruchsexperimente mißbraucht und das vom Kreis Recklinghausen gedeckt wird.
Das einjährige Geruchsgutachten galt als verbindlich und hat deutliche Geruchsverbesserungen für die Anwohner gebracht. Aktuell ist die Geruchssituation wieder ein Schritt in die Vergangenheit. Es stinkt an manchen Tagen wieder so wie vor dem Geruchsgutachten.  Wir werden den Kreis Recklinghausen zu einer Stellungnahme auffordern und verlangen, dass SARIA-SARVAL sich an die im Geruchsgutachten erzielten Erkenntnisse einhält, die eine deutliche Verbesserung gebracht hatte.

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Technische Störung bei SARIA löst lautes Zischen aus

Lautes Zischen war heute Morgen (15.08.2017) vom Saria Betriebsgelände an der Rennbahnstraße im Landschaftsschutzgebiet Rennbach zu hören.Mehrere Anwohner meldeten sich bei uns. Wir haben Saria und den Kreis Recklinghausen zu einer Stellungnahme aufgefordert.


Von SARIA-Sarval erhielten wir am Nachmittag folgende Stellungnahme:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie darüber informieren, dass heute Morgen gegen 8:30 Uhr das Sicherheitsventil am Dampfkessel der SARVAL-Verarbeitungsanlage ordnungsgemäß ausgelöst hat und ein lautes Zischen zu vernehmen war. Dabei ist Wasserdampf ausgetreten, der normalerweise im Verarbeitungsprozess eingesetzt wird.

Grund dafür war ein Kondensatableiter, der vergleichbar mit einem verstopfen Rohr nicht zu hundert Prozent funktioniert hat. Innerhalb von rund 15 Minuten ist ein Ersatzteil eingebaut und das Problem behoben worden.

Wir bitten die Störung zu entschuldigen. Da es sich lediglich um Wasserdampf gehandelt hat, bestand natürlich keine Gefahr für Mensch und Umwelt.
Mit freundlichen Grüßen

ppa. Gerhard Deitert
– Prokurist –


 

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Geruchsbelästigungen durch SARIA-Sarval nehmen wieder zu!

Seit mehreren Wochen nehmen die Beschwerden über ekelhafte Gerüche vom SARIA-Sarval-Betriebsgelände im Landschaftsschutzgbiet wieder zu. Mehrere Anwohner in Alt-Marl, Frentrop und Riegefeld klagen darüber, dass nach einer längeren Zeit mit deutlich weniger Gestank jetzt der Gestank wieder öfter in den Siedlungen wahrnehmbar sei.
Dass Änderungen in den Produktionsabläufe bei SARIA-Sarval vorgenommen sein mussten, bestätigte sich, als der Kreis Recklinghausen ankündigte, dass man einen zweiwöchigen Versuch starten werde um erneut die nach dem Geruchsgutachten verbotenen Schweineborsten erneut zu testen.

Inzwischen liegen uns Beschwerden von mehr als einem Dutzend Anwohner vor, die allein seit Anfang Juni  über Gestank vom SARIA-Sarval-Gelände klagen. Einige von ihnen haben von der zuständigen Immissionsschutzbehörde des Kreises Recklinighausen die Mail bekommen, dass die Behörde keine Betriebsstörungen bei SARIA-Sarval feststellen konnte.  Auf die Frage, warum nach dem Gutachten so lange Zeit kaum Geruchsbelästigungen auftraten und jetzt wieder gehäuft, wurde in dem Schreiben nicht beantwortet.

Wie aus den Schreiben der Bürger an unsere Anwohnerinitiative zu lesen ist, fühlen sich die Betroffenen vom Kreis Recklinghausen im Stich gelassen. Vor allem können Viele eines nicht verstehen:
warum wurde ein Jahr lang ein verbindliches Geruchsgutachten gemacht, das zu akzeptablen Lösungen und eine verbesserte Luftqualität geführt hat, wenn jetzt diese von anerkannten Gutachtern ermittelten Ergebnisse für SARIA-SARVAL nicht mehr bindend sind?
Dass der Kreis Recklinghausen nach einer zweiwöchigen Testphase nun diese Stoffe (Schweineborsten) in der Presse wieder für unbedenklich erklärt und zur Verarbeitung zulassen will, obwohl die Geruchsbelästigungen wieder zunehmen, ist für die Bürger inakzeptabel.

Eine Bürgerin schreibt: „Ich kann nicht verstehen, dass wir uns jahrelang für bessere Luft eingesetzt haben, das nach einer Studie auch nun einvernehmlich erreicht wurde und man jetzt wieder alles über den Haufen wirft.“
 
Sollten Sie eine Geruchsbeschwerde haben, sollte diese unbedingt dokumentiert werden. Bitte setzen Sie diese ab über Beschwerde@mhnv.de Dann erhalten sowohl Immissionsschutz des Kreises RE als auch wir als Anwohnerinitaitive diese Information. 
 
Sie können die Beschwerde auch direkt über unsere Internetseite absetzen: Geruchs-Beschwerde absetzen
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Geruchsbelästigungen von SARIA-SARVAL nehmen wieder zu

Mehrere Anwohner aus dem Riegefeld haben sich bei uns gemeldet und über ekelhaften Saria-Gestank geklagt. Wir haben uns gestern Abend persönlich davon überzeugt, dass SARIA-Sarval vom Betriebsgelände sehr unangenehme Gerüche abgesondert hat. Der Gestank war zwischen Leibl-Straße und Schachtstraße aufgrund des Winds sehr extrem. Auch in den vergangenen Tagen hatte es wieder verstärkt gestunken, jedoch wegen des Windes in nicht bebaute Bereiche kaum Beachtung gefunden.
 
Sollten Sie eine Geruchsbeschwerde haben, sollte diese unbedingt dokumentiert werden. Bitte setzen Sie diese ab über Beschwerde@mhnv.de Dann erhalten sowohl Immissionsschutz des Kreises RE als auch wir als Anwohnerinitaitive diese Information. 
 
Sie können die Beschwerde auch über unsere Internetseite absetzen: Geruchs-Beschwerde absetzen
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Erörterungstermin für Klärwassereinleitung in den Rennbach im Landschaftsschutzgebiet entfällt

Der Kreis Recklinghausen hat heute mitgeteilt, dass es keinen Erörterungstermin zur beantragten höheren Einleitung von geklärten Industrieabwässern in den Rennbach im Landschaftsschutzgebiet Rennbach geben wird. Es waren innerhalb der 14-tägigen Frist keine Einwände erhoben worden.

Link zur Bekanntmachung des Kreises Recklinghausen

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Stadtradeln für ein gutes Klima!

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MHNV – Anwohnerinitiative für Umweltschutz und Lebensqualität radelt mit für den Klimaschutz beim Stadtradeln 2017

Als Initaitive für Umweltschutz und Lebensqualität unterstützen wir das diesjährige Stadtradeln, an dem sich auch unsere Stadt Marl beteiligt.

Wir machen mit beim Team „Tour de Rennbach“.  Und wir freuen uns über alle, die sich dem Team anschließen und in den nächsten drei Wochen so oft wie möglich das Auto stehen lassen und dafür aufs Rad oder Pedelec steigen und uns ihre Kilometer melden. Denn jede ersetzte Autofahrt ist ein Gewinn für unser Klima!

Mit dem folgenden Link könnt Ihr Euch ganz einfach dem Team „Tour de Rennbach“ anschließen. Wir trainieren nicht für die Tour de France, sondern jeder Tritt in die Pedalen zählt für uns und unsere Stadt. Wir möchten nämlich zeigen, dass wir es in Marl ernst meinen mit dem Klimaschutz! Und wir wollen schließlich nicht, dass unsere Kommune bei diesem Wettbewerb ganz hinten landet. Also:

Hier ganz einfach für unsere Umwelt und Lebensqualität mitradeln!

Allgemeine Infos zum Stadtradeln gibts hier

Infos der Stadt Marl zum Stadtradeln

 

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Offener Brief an Landrat und Untere Immissionsschutzbehörde des Kreises RE

In Reaktion auf die Ankündigung neuer Geruchsexperimente bei SARIA haben wir den Landrat des Kreises Recklinghausen und den Leiter seiner Unteren Immissionsschutzbehörde angeschrieben und eine Stellungnahme gefordert.

Hier unser Wortlaut:


 

Sehr geehrter Herr Landrat Süberkrüb,
sehr geehrter Herr Görß,

die Firma SARIA hat uns am Freitag (12.5.2017) eine Pressemitteilung des Kreises Reckinghausen gemailt, in der es um eine erneute Testphase geht, die der Kreis wohl genehmigt haben soll. Das irritiert die betroffenen Anwohner in Alt-Marl und Marl-Frentrop.

Wir finden es inakzeptabel, dass Sie uns nicht im Vorfeld über neue Geruchsexperimente bei der Firma SARIA informieren. Wir haben mehrereJahre immer wieder kritisiert, dass Sie als Kreisbehörde noch bürgerfreundlicher und enger kommunizieren sollten um behördliche Vorgänge transparent zu gestalten, erst recht, wenn Menschen in ihrem direkten Lebensumfeld davon betroffen sind.

Wir haben uns über mehrere Jahre eng, auch an „runden Tischen“ über die Sitaution in unserem Wohnumfeld mit Ihnen und der Firma SARIA ausgetauscht. Das war aus unserer Sicht nicht immer optimal, jedoch fand wenigstens eine Kommunikation statt, die unsere Anwohnerinteressen einbezog.
Nun schickt uns die Firma SARIA kurzfristig eine Pressemitteilung des Kreises Recklinighausen, dass nun im Livebetrieb getestet werden soll, ob die bislang für den Gestank in hohem Maße mitverantwortlichen Schweineborsten wieder verarbeitet werden können.
Warum schließen Sie uns jetzt von Plänen aus, die unsere Lebensqualitätbetreffen?
Wo bleibt denn die Verlässlichkeit, die wir von einer Behörde erwarten?

Wozu haben Sie denn überhaupt ein Jahr lang eine Langzeitstudie machen lassen, an der sich das Unternehmen messen lassen wollte?

Zumal die Studienergebnisse ja anerkannt sind und das alles nach langem Herumexperimentieren für uns endlich eine akzeptable Geruchssituation gebracht hat?

Warum machen Sie denn jetzt wieder einen Schritt zurück und starten mal wieder eine Experimentierphase, die doch längst abgeschlossen sein sollte?

Wir fordern Sie auf, keine zusätzlichen Stoffe mehr zu verarbeiten, die das Geruchsgutachten mißachten und keine Experimente für eine Kapazitätsausweitung zu dulden.
Wir erwarten zudem eine Erklärung für die von uns angesprochenen Aspekte.

Bitte teilen Sie uns kurz mit, bis wann wir mit einer Anwort rechen können.


Mit freundlichen Grüssen

„MHNV“ – Anwohnerinitiative für Umweltschutz und Lebensqualität in Marl

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MHNV-Last-Minute-Kandidatencheck zur Landtagswahl 2017

Wie bei jeder Wahl haben wir auch diesmal kurzfristig die für den Wahlkeis 70 antretenden Kandidaten befragt. Leider haben uns Carsten Löcker (SPD) und Marcus Pretzell (AfD) nicht geantwortet, aber wenigstens eine angeforderte Lesebestätigung  geschickt. Keine Reaktion haben wir erhalten von Melanie Kern (Piraten) und Udo Surmann (Parteilos). Da wir keine Fehlermeldungen erhalten haben, gehen wir davon aus,  dass unsere Anfrage per Mail angekommen ist. Wie beim MHNV-Last-Minute-Kandidaten-Check erforderlich, haben wir kurzfristig auch Antworten auf unsere Fragen bekommen.
Geantwortet haben Patrick Rohmann (CDU), Martina Ruhardt (DIE LINKE), Martina Herrmann (Bündnis 90/Die Grünen) und Thorsten Leineweber von der FDP.


Unsere Anfrage per Mail:

Sehr geehrte Landtagskandidatinnen und Kandidaten für Marl im Wahlkreis 70!

Wie bei jeder Wahl in den vergangenen fünf Jahren möchten wir als Bürgeriniative MHNV für Umweltschutz und Lebensqualität auch in diesem Jahr wieder unsere Last-Minute-Kandidatenbefragung starten und bitten Sie um eine kurze Antwort auf unseren Fragen. Wir werden die Antworten dann am Wochenende auf unserer Internetseite www.mhnv.de auf FB und anderen Kanälen veröffentlichen.

Zu unseren Fragen:

  1. Das Landschaftsschutzgebiet Rennbach wird als „die grüne Lunge“ für die Siedlungsräume von Marl und Polsum beschrieben, die direkt vor der Industrie des Ruhrgebiets liegen. Wie werden Sie sich, wie wird sich Ihre Partei, nachhaltig für den weiteren Erhalt des Landschaftsschutzgebiets Rennbach einsetzen?
  2. “ Naherholung – aber sicher!“ – lautet unser Motto. Denn der Zugang zum Landschaftsschutzgebiet Rennbach erfolgt in Höhe der B225 über die L601, an der es keinen Rad- oder Gehweg und auch keine Beleuchtung gibt, obwohl hier allein täglich rund 300 LKW von SARIA fahren. Neben Freizeitsportlern und Spaziergängern sind hier auch Schulkinder auf dem Rad unterwegs, weil ja der Schulbus im Außenbereich abgeschafft wurde und auch der ÖPNV (Vestische) die vorhandenen Haltestellen aus Kostengründen nicht mehr anfährt. Darum hatten wir Bürger bereits vor mehr als einem Jahr einen schützenden Bürgerradweg angeregt, bei dem wir uns mit eigenen Ideen, Spenden und tatkräftiger Hilfe beteiligen möchten. Leider ist bis heute nichts draus geworden. Unser Gesprächs- und Mitwirkungsangebot steht. Wie würden Sie uns hier unterstützen?
  3. Wir haben in den letzten vier Jahren mehrere Tonnen an Müll aus der Landschaft gesammelt. Doch immer wieder sorgen wilde Müllkippen für Gesprächsstoff. Die Entfernung kostet uns Steuerzahler Geld. Wie können wir die Leute erreichen, damit Sie ihren Müll beim Zentralen Betriebshof abgeben? Wie ist Ihre Idee?

 

Antworten von Martinas Rumhard, Kandidation für DIE LINKE

Antwort 1: „Wie werden Sie sich, wie wird sich Ihre Partei, nachhaltig für den weiteren Erhalt des Landschaftsschutzgebiets Rennbach einsetzen?“

Durch meine derzeitige Tätigkeit im Kreistag Recklinghausen und durch unseren regen Austausch mit der Marler Linksfraktion kenne ich die Situation sowie auch Ihre Bemühungen zum Erhalt des Landschaftsschutzgebiet Rennbach sehr genau. Deshalb ist es mir ein großes Anliegen, Ihre Aktivitäten zu unterstützen – nicht nur in diesem Wahlkampf, sondern auch, weil unsere Wahlprogramme generell eine starke ökologische Komponente beinhalten.  Für den Fall, dass ich in den Landtag NRW gewählt werde, würde sich an meinem Engagement in meinem Heimatwahlkreis nichts ändern. Denn die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen hat in vielen Regionen ein alarmierendes Ausmaß angenommen. Ausschließlich gewinnorientiertes unternehmerisches Handeln ohne gesellschaftliche Regeln und Schranken führt seit Jahrzehnten zu rapider Naturzerstörung und damit zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen vieler Menschen in NRW. Wenn im Konflikt zwischen Natur und Markt immer der Markt gewinnt, wird es in der Konsequenz keine Grundlagen für einen Natur- und Artenschutz mehr geben. Da die praktische Naturschutzarbeit vor allem auf regionaler und lokaler Ebene geleistet wird, ist es für mich wichtig, hier umfassende Informations-, Beteiligungs- und Klagerechte für Bürgerinnen und Bürger sowie Umwelt- und Naturschutzverbände politisch einzufordern.

Antwort 2: „Naherholung – aber sicher!“ – Radweg und Sicherheit rund um das Naherholungsgebiet Rennbach.

Auch hier diese Problematik ist mir bekannt und deshalb unterstütze ich selbstverständlich diese Forderung nach einem sicheren Weg für Fußgänger und Radfahrer! Gerne sind wir zu einem Gespräch mit Ihnen und Straßen.NRW bereit. Dabei ist mir der Hinweis wichtig, dass es sich bei dieser Problematik nicht nur um eine reine verkehrspolitische Maßnahme handelt. Vielmehr geht es hier auch darum, das Thema grundsätzlich in der Stadt- und Regionalplanung sowie Umwelt-, Gesundheits- und Bildungspolitik angemessen zu berücksichtigen. Aufgabe der Politik ist es, die infrastrukturellen Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass eine sichere, ökologische Mobilität für alle ermöglicht wird.

Antwort 3: „Wie können wir wilde Müllkippen verhindern?“

Es gibt bedauerlicher Weise immer wieder unverbesserliche Mitmenschen, die ihren Müll trotz aller Appelle und hoher Strafen „wild entsorgen“.  Hier helfen nach unserer Meinung nur häufigere Kontrollen und eine genaue Analyse der

Hinterlassenschaften, um die Übeltäter ausfindig zu machen. Wichtig wäre es in diesem Zusammenhang zudem, so früh wie möglich bei den Menschen ein Verständnis für die Belange der Natur zu wecken. Denn nur, was man kennt und schätzt, schützt man auch. Deshalb plädiere ich dafür, möglichst früh Kinder und Jugendliche für den Wert der Natur und ihrer Umwelt zu sensibilisieren und ihnen spielerisch einen verantwortungsvollen Umgang mit ihrem Lebensraum nahe zu bringen.

 

 

Antworten von Martina Herrmann Kandidatin für Bündnis 90 / Die Grünen

Antwort 1: „Wie werden Sie sich, wie wird sich Ihre Partei, nachhaltig für den weiteren Erhalt des Landschaftsschutzgebiets Rennbach einsetzen?“

Die Bündnisgrünen aus Marl sind seit Jahren eng mit der
Bürgerinitiative MHNV in Kontakt und haben ständig für den Erhalt des
Landschaftsschutzgebiets gekämpft. Ich erinnere nur an den jahrelangen
Widerstand gegen die Erweiterung der Firma SARIA, der im Endeffekt
erfolgreich war. Nicht zuletzt durch unsere Initiative konnte ein
Vertrag gefunden werden, der eine Zerstörung des
Landschaftsschutzgebiets schließlich verhinderte. Genauso haben wir,
entgegen unserer üblichen windradfreundlichen Politik gegen die
Errichtung eines Windrads im Landschaftsschutzgebiet im Stadtrat
gestimmt. Zur Zeit läuft mit uns der Protest gegen die
Schweinemassentierhaltung am Rand des Gebiets, auf den wir erst
aufmerksam gemacht haben.

Anwort 2: „Naherholung – aber sicher!“ – Radweg und Sicherheit rund um das Naherholungsgebiet Rennbach. 

Genau wie bei den oben genannten Initiativen stehen wir Grüne für den
Ausbau des Radverkehrs und unterstützen natürlich die Initiative bei
ihrem Bemühen zur Schaffung dieses Radwegs. Wir haben leider die
Befürchtung, dass die MHNV durch ihren Erfolg in Sachen SARIA
mittlerweile als störend in der Stadtverwaltung empfunden wird und man
dort deshalb weitere Initiativen behindert.

 

Antwort 3: „Wie können wir wilde Müllkippen verhindern?“

Das Problem ist, dass den Leuten nicht bewusst ist, wie einfach und
günstig ihr Müll durch den Zentralen Betriebshof entsorgt wird.
Sperrmüll wird umsonst in der Stadt abgeholt und alle anderen
Müllarten können für wenig Geld, bzw. umsonst am ZBH abgegeben werden.
Der Weg ist auch nicht weiter als ins Landschaftsschutzgebiet. Unsere
Idee ist, diese Möglichkeit noch mehr bekannt zu machen, ganz
verhindern kann man das Müllabladen wahrscheinlich nicht.

 

 

Antworten von Thorsten Leineweber, FDP:

Antwort 1: „Wie werden Sie sich, wie wird sich Ihre Partei, nachhaltig für den weiteren Erhalt des Landschaftsschutzgebiets Rennbach einsetzen?“

Da ich selbst in Sinsen wohne und die Haard „vor der Tür“ habe, weiß ich – und auch persönlich zu schätzen -, wie wichtig es ist, die Landschaft und das Umfeld auch als Lebensraum und zur Naherholung zu erhalten. Mit Blick auf Ihren Einleitungstext haben die Freien Demokraten aber auch gesehen, dass es eine Abwägung der Interessen der dort ansässigen Bewohner und Betriebe geben muss. Die Erweiterungsspläne der Firma Saria haben wir kommunalpolitisch insofern unterstützt, dass die Arbeitsplätze dort erhalten bleiben und eine nicht unerhebliche Zahl hätten dazu kommen können. Wir blieben aber – entgegen fast aller anderer Fraktionen – bei dem getroffenen Ratsbeschluss, diese Möglichkeit der Erweiterung ergebnisoffen(!) zu prüfen. Andere Beschlüsse hat es nie gegeben und an weiterer Diskussion – vor allem in der Presse – haben wir uns nicht beteiligt – aus gutem Grund. Uns ist die Abwägung zwischen Anwohnerinteressen, Naturschutz und Arbeitsplätzen bewusst. Daher haben wir uns so – gemäß dem Ratsbeschluss – verhalten und uns nicht an der öffentlichen Diskussion beteiligt. Das Ergebnis kennen Sie: Die Gesetzgebung (Regionalplan) war weitestgehend auf Ihrer Seite. Damit ist der Ratsbeschluss erfüllt. Als Freie Demokraten respektieren wir das uneingeschränkt.

Antwort 2: „Naherholung – aber sicher!“ – Radweg und Sicherheit rund um das Naherholungsgebiet Rennbach.

Wir haben Sie seitens der FDP-Fraktion beim RVR dabei bereits unterstützt, als es um den „Bauplan für Radwege an Landesstraßen“ in der Beratung beim RVR ging. Allerdings hat die Rot-Grüne Landesregierung Ihr Begehren nicht unterstützt und den Ausbau als nachrangig eingestuft. Das bedeutet: Es passiert nichts. Aus kommunaler Betrachtung sehe ich das sogar ein, solange nicht auch der Dorstener Abschnitt der Straße ausgebaut wird. Da es sich um eine Landesstraße handelt, wären beide Städte – Dorsten und Marl – gut beraten, eine ganzheitliche Lösung zu planen.

Antwort 3: „Wie können wir wilde Müllkippen verhindern?“

Der ZBH hat ein sehr umfangreiches Angebot, Reststoffe – egal in welcher Form – kostengünstig oder sogar umsonst zurückzunehmen. Er wirbt auch offensiv dafür. Natursünder gibt es leider überall. Am besten wäre es, Täter „auf dem Fuß“ zu erwischen und das auch entsprechend zu sanktionieren. Es gibt kaum eine Stadt, in der es so günstig und servicefreundlich ist, seinen Müll beim ZBH loszuwerden. Wenn Sie eine Idee haben, wie dieses noch verbessert werden kann, so ist der ZBH nach meiner Kenntnis für jeden Verbesserungsvorschlag offen.

Den Kandidatencheck haben Sie nun erhalten. Gerne komme ich aber auch auf Ihr Angebot zurück, bei einem Spaziergang das Gebiet Rennbach zu begehen. Bei gutem Wetter bietet sich das mit nettem Ausklang und Gesprächen auch sehr an. Auch nach der Landtagswahl sind die FDP und die bum (einschließlich Fraktion) gerne daran interessiert. Vielleicht schicken Sie uns einfach Terminvorschläge, an denen wir zusammen kommen können.

 

 

 

Antworten von Patrick Rohmann, Kandidat für die CDU:

Antwort 1: „Wie werden Sie sich, wie wird sich Ihre Partei, nachhaltig für den weiteren Erhalt des Landschaftsschutzgebiets Rennbach einsetzen?“

Das Landschaftsschutzgebiet Rennbach liegt der CDU Marl besonders am Herzen. Ende 2014 hatte sich die Union vor Ort für die Errichtung neuer Schilder eingesetzt, die auf das Schutzgebiet hinweisen. Mitte 2015 wurde der Antrag der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Marl, den Beschluss über den Gestattungsvertrag von der Tagesordnung zu nehmen und zu verschieben, leider von einer Mehrheit abgelehnt. Eine Verschiebung hätte die Möglichkeit eröffnet, noch einmal aktiv mit den Bürgerinnen und Bürgern in Polsum und den weiteren betroffenen Stadtteilen in den Dialog einzutreten und das Für und Wider des Windrades an diesem Standort im Landschaftsschutzgebiet zu diskutieren.

Für die NRW CDU gilt: Die Windenergie begrüßen wir als wichtige Quelle heimischer Erneuerbarer Energien. Ihren Ausbau werden wir jedoch nur mit der größtmöglichen Zustimmung und Akzeptanz der Bevölkerung und der Kommunen sowie unter Beachtung eines bestmöglichen Landschaftsschutzes vorantreiben. Bei ihrem Ausbau hat die kommunale Planungshoheit Vorrang. Wir wollen bestehende Ausgleichsflächen für den Natur- und Landschaftsschutz qualitativ weiterentwickeln.

Für mich stehen der Erhalt und die qualitative Weiterentwicklung des Landschaftschutzgebiets Rennbach nicht zur Disposition.

 

Antwort 2: „Naherholung – aber sicher!“ – Radweg und Sicherheit rund um das Naherholungsgebiet Rennbach. 

Ich gehe davon aus, dass sowohl der Landes- als auch der Bundesverkehrsminister am 14. Mai bzw. im September durch die CDU/CSU gestellt werden. Ich würde in den jeweiligen Ministerien auf die Problematik hinweisen und versuchen, einen Vororttermin unter Beteiligung zumindest des Landesverkehrsministers zu erreichen. Ich persönlich kenne die besagte Strecke und halte einen Radweg dort ebenfalls für sinnvoll.

Antwort 3: „Wie können wir wilde Müllkippen verhindern?“

Zum einen könnte man mit einem gesonderten Hinweissschild noch einmal die Strafen verdeutlichen, die auf illegales Müllentladen stehen. Darüber hinaus könnte darauf auch auf den ZBH und die Möglichkeiten der kostenlosen Entsorgung hingewiesen werden. Desweiteren würde ich einen Erklärfilm in Betracht ziehen, der dann mittels bezahlter Werbung in den Sozialen Medien verbreitet wird. Prinzipiell handelt es sich hier aber um ein kommunales Thema, das von Düsseldorf aus kaum bis gar nicht geregelt werden kann. Hier muss in Marl vor Ort eine Lösung gefunden und durchgesetzt werden.

 


 

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SARIA und Kreis Recklinghausen machen Rolle rückwärts.

Die SARIA-Tochter Sarval im Landschaftsschutzgebiet Rennbach hat am Freitag, den 12.05.2017 angekündigt, dass sie ab Montag (15.5.2017) zwei Wochen lang testweise Schweineborsten verarbeiten will. Damit versucht das Unternehmen erneut das Material zu verarbeiten, das durch ein Verbot des Kreises Recklinghausen nicht mehr verarbeitet werden durfte, weil es ekelerregende Gerüche zur Folge hatte und eine der Ursachen war, warum die Bürger in Alt-Marl und Frentrop durch übelen Gestank belästigt wurden.

Es ist aus Bürgersicht unglauglich, dass wir nach dem einjährigen Geruchsgutachten mit klaren Ergebnissen nun wieder in die Experimentierphase zurückfallen. Das sind gleich mehrere Rollen rückwärts. Es ist inakzeptabel, dass wir Anwohner wieder als Versuchskaninchen benutzt werden sollen, damit der Milliardenkonzern Rethmann-SARIA im Livebetrieb seine Gewinnmaximierung testen kann.

Das ist aus unserer Sicht als Bürger leider auch sehr traurig. So geht man nicht mit Nachbarn um! SARIA hat nichts gelernt und verhält sich wie früher. Außerdem nehmen wir seit Jahren an runden Tischen teil, an denen SARIA-Vertreter, Vertreter des Kreises (untere Immissionsschutzbehörde) und MHNV-Mitglieder sich austauschen. Dass der Kreis Recklinghausen die betroffenen Anwohner nicht im Vorfeld informiert, ist nach unserem jahrelangem und inzwischen auch erfolgreichem Engagement für gute Luft inakzeptabel. Stattdessen erhalten wir kurzfristigst vor dem Versuch die amtliche Pressemitteilung auf dem Briefpapier des Kreises Recklinighausen über die Kommunikationsabteilung der Firma SARIA. Es wirkt als würde Saria jetzt schon die Kommunikation des Kreises Recklinghausen übernehmen, das wirkt geschmäcklerisch.

 

 

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